Wer sich für das Römische Reich und die Spätantike interessiert, wird auch am Bodensee fündig: Nachdem der Alpenraum und das Bodenseegebiet im Jahre 15 v. Chr. während der Regierungszeit von Kaiser Augustus (63 v. Chr.- 14 n. Chr.) von römischen Truppen erobert worden waren, entstanden Kastelle und Siedlungen. Am östlichen Bodensee wuchs die römische Stadt Brigantium an der Stelle des heutigen Bregenz.
In der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts drangen germanische Reiterscharen in die Region vor. Erst Ende des Jahrhunderts gelang es dem Römischen Reich, das Gebiet wieder zu sichern. Um die Grenze zu schützen, ließ Kaiser Diocletian (236/245-um 312) um 300 am südlichen Bodenseeufer und am Hochrhein Kastelle errichten. Darunter Tasgetium (Stein am Rhein), Constantia (Konstanz), Arbor Felix (Arbon) und Brigantium (Bregenz). 402 zog das Römische Reich seine Truppen ab und ersetzte diese in den Kastellorten wahrscheinlich durch germanische Söldner. Das war der Anfang vom Ende der römischen Herrschaft am Bodensee, die mit dem Untergang des Weströmischen Reichs in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts ihren Abschluss fand.
Römische Spuren gibt es jedoch auch heute noch zu sehen: Im linksrheinischen Teil von Stein am Rhein findet ihr Reste des spätrömischen Kastells und auch in Konstanz könnt ihr die Kastellruine besichtigen. In Arbon sind noch Türme und Mauern des römischen Kastells erhalten und in Bregenz gibt es römische Spuren an verschiedenen Stellen der Stadt. Grabungsfunde könnt ihr im vorarlberg museum sehen.