“Ein Frau als Künstlerin. Hast Du denn alles vergessen, Marie? […] Wo willst Du malen? In Konstanz? Da gibt es Maler genug! Und was willst Du malen? Porträts, Landschaften, Heilige? Wer soll das unter die Leute bringen? Oder willst Du durch die Gegend reisen und dich anbieten? Das ist unmöglich ohne den Schutz eines Mannes. Niemand würde dich achten, und du wärest in kürzester Zeit deiner Tugend, deiner Unschuld beraubt und verloren. […] Diese Zeiten sind nichts für Frauen, Marie. Wir können froh sein, wenn wir ein Haus haben, das uns Sicherheit gibt, und einen Mann, eine Familie. Wie oft muss ich dir das noch sagen.”
Anna Maria Ellenrieder 1810 in einem Gespräch mit ihrer jüngsten Tochter, S. 28f